Stock Calculator

Ausländische Aktien handeln: Gebühren, Währungen und versteckte Kosten

von Stock Calculator (translation, unreviewed) veröffentlicht

Wer eine ausländische Aktie kauft, kauft zwei Dinge: die Aktie und die Währung, in der ihr Preis angegeben ist. Die meisten Überraschungen beim internationalen Handel entstehen, weil der zweite Kauf vergessen wird — und weil sich mehr Gebühren übereinanderlegen, die zudem besser versteckt sind als beim Handel im Inland.

Die Kostenschichten, eine nach der anderen

Beim Inlandshandel fallen Ordergebühren und eine Geld-Brief-Spanne an. Im Ausland können hinzukommen:

  • Währungsumrechnung, der große Posten. Broker rechnen zu einem Kurs um, der einen Aufschlag auf den Interbankenkurs enthält — im Privatkundengeschäft häufig zwischen 0.1% und 1%+. Er fällt beim Einstieg und beim Ausstieg an, meist ohne als eigener Posten aufzutauchen. Bei einem Kauf samt Verkauf kostet ein Wechselkursaufschlag von 0.5% je Richtung mehr, als die meisten Ordergebühren je ausgemacht haben.
  • Lokale Transaktionssteuern. Mehrere Märkte erheben Abgaben auf Käufe. Bekannte Beispiele sind die britische Stamp Duty Reserve Tax (0.5%) und die Hongkonger Stempelsteuer (0.1%) — zusätzlich zu allem, was dein Broker verlangt.
  • Verwahr-, ADR- und Dividendenbearbeitungsgebühren. Bei Hinterlegungsscheinen werden häufig kleine jährliche Gebühren je Aktie weitergereicht. Ausländische Dividenden können zudem um eine Quellensteuer gekürzt ankommen, deren teilweise Rückerstattung von Abkommen und Formularen abhängt. Dieses rechtsordnungsspezifische Gebiet berechnet die Website bewusst nicht.
  • Größere Spannen und weniger liquide Handelszeiten. Wer einen ausländischen Titel über eine Zweitnotierung oder außerhalb der Handelszeiten des Heimatmarkts handelt, zahlt oft eine größere Geld-Brief-Spanne — Kosten, die auf keiner Abrechnung erscheinen.

Keiner dieser Posten ist für sich allein skandalös. Zusammengenommen erhöhen sie den Break-even-Kurs einer Auslandsposition spürbar: 0.5% Wechselkursaufschlag je Richtung plus 0.5% Abgabe plus Ordergebühren können bedeuten, dass die Position erst um ~1.5–2% steigen muss, bevor der erste Cent Gewinn entsteht. Es ist dieselbe Rechnung wie bei den Handelskosten im Inland, die das Laufband steiler stellt — nur mit zusätzlichen Rollen.

Die Währungsfrage

Die Aktie kann steigen, während die Position fällt. Kaufst du eine in Tokio notierte Aktie und verliert der Yen gegenüber deiner Heimatwährung 10%, bedeutet ein unveränderter Aktienkurs in deiner Währung einen Verlust. Währungsengagement ist kein Fehler — manchmal ist es sogar die halbe Begründung für die Transaktion. Es verdient aber, bewusst berücksichtigt und nicht erst beim Verkauf entdeckt zu werden.

Eine Rechenkonvention sorgt für saubere Ergebnisse: Berechne jede Position in ihrer Handelswährung. Genau deshalb hat der Positionsrechner eine Währungsauswahl, die formatiert, aber niemals umrechnet. Gib eine Hongkonger Position in HK$ samt Gebühren und Stempelsteuer in HK$ ein und lies Ergebnisse in HK$ ab. Die Auswahl stellt HK$, €, ¥, CN¥, £ und sogar ₿ jeweils mit den passenden Nachkommastellen dar. Betrachte den Währungstausch als eigene Position mit eigenem Gewinn oder Verlust. Währungen innerhalb einer Rechnung mit einem grob geschätzten Wechselkurs zu vermischen, erzeugt präzise falsche Zahlen; die beiden Teile zu trennen, liefert zwei Zahlen, die jeweils exakt richtig sind.

Ein Rechenbeispiel für beide Teile

Kaufe 1,000 Aktien zu HK$50 mit 0.25% Ordergebühr und 0.1% Stempelsteuer: Investiert sind HK$50,175. Die Aktie steigt auf HK$55, und du verkaufst zur gleichen Ordergebühr — realisierter Gewinn ≈ HK$4,687 (+9.3%). Im Rechner lässt sich das centgenau mit einer prozentualen Kaufgebühr von 0.35% und einer Verkaufsgebühr von 0.25% berechnen.

Nun der Währungsteil. Wenn du zu Beginn Dollar umgetauscht und am Ende zurückgetauscht hast, der Hongkong-Dollar sich dabei um 1% zu deinen Ungunsten bewegt hat und die Aufschläge je Richtung 0.5% gekostet haben, entfielen ungefähr 2% der Position auf die Währung statt auf die Aktie. Hier sind das etwa HK$1,000, ein Fünftel des Gewinns aus der Aktienauswahl. Ob dieses Verhältnis akzeptabel ist, ist eine Ermessensfrage. Dass es vor der Transaktion sichtbar sein sollte, ist lediglich sauberes Rechnen. Sichtbare Gebühren lassen sich berücksichtigen — und genau dafür ist diese Website da.